Vereinsleben in Kleinhüningen

Thema des Erzählcafés vom 26. Novmber 2014 war das Vereinsleben. Hier meine Stichworte zu den verschiedenen Aussagen.

Eine heute 87-jährige Frau erinnert sich:
Mit 17 Jahren war sie in den Turnverein Kleinhüningen eingetreten und ist heute noch, also seit 70 Jahren dabei. Der damalige Lohn betrug 67.- Fr. im Monat. Der Monatsbeitrag an den Verein betrug 1 Franken. Das Glas Süssmost, das frau sich nach dem Sport gönnte, kostete 35 Rappen. Alles was ihr Vater konsumierte, war am Samstag eine Flache Bier zum Jassen. Manchmal gab es für die Kinder eine Limonade à 20 Rappen. Sonst machte die Mutter aus von der Rinderalp gesammelten Silbermänteli während dem gesamten Jahr Tee.

"Meine Mutter machte sich selber Kleider. Sie kaufte den Stoff mit kleinen Fehlern auf der Schusterinsel, wo es eine Textilfabrik gab. So kam eine Kleid auf 1 Franken. Und schwimmen konnten wir im Bad beim Clavel Haus."

Die Vereine kosteten aber. Für das Waschen und Putzen verdiente Frau früher 5 Franken am Tag.

Die älteste Dame im Turnverein ist heute 101 Jahre alt.

Dann übernahm sie ein Amt. Es gab Kurse, wie man/frau dieses Ämter zu führen hatte.

Als sie das Amt übernahm, waren 168.- Fr. in der Kasse – heute hat der Verein ein Vermögen von 36'000.- Franken.
Mit Kuchenbacken und Brötlistreichen konnte durch den Verkauf an Festen an einem Wochenende über 3'000.- Franken eingenommen werden. Da beteiligten sich immer sehr vielen Frauen. Aber wenn heute die Alten wegfallen, wird es schwierig mit den Jungen. Überhaupt, wenn sie ins Trämli geht, kennt sie heute niemanden mehr.

Der Haus - und Krankenpflegeverein
Seit 46 Jahren in Kleinhüningen.
Da gab es am Anfang noch die Diakonisse und eine Schwester.
Die Arbeit im Verein verursachte viele schlaflose Nächte.

Der Musikverein
Ausser dem Musikverein hatte die Teilnehmerin am Erzählcafé nur wenig Kontakt zu anderen Bewohnern.Einmal im Jahr gibt es bis heute ein Musikfest. Einmal in der reformierten Kirche wie dieses Jahr, einmal in der katholischen Kirche.
Erst mit 40 Jahren konnte sie ein Instrument lernen. Zuhause als Kind wünschte sich sich das sehnlichst, doch ihr Vater verbot ihr das Musizieren, da kein Geld da war.

Und wieder die Jungen: Mit dem Fernsehen änderte sich alles. Das Fernsehen kam Mitte der 50er Jahre auf. Heute haben die Jungen zwar mehr Geld zur Verfügung , aber auch die berufliche Belastung ist viel grösser. Sie hat keine Facebook-Freunde, nur richtige Freunde. Die Verfügbarkeit, die man aufbringen muss, ist enorm.

Gleitende Arbeitszeiten machen es schwierig, einen Sitzungstermin zu vereinbaren. Und der Abendverkauf zerstört das Vereinsleben.

In den Kursen lernte man/frau eine Versammlung zu leiten, es gab den Kurs von Anita Fetz: Wie setzte ich mich als Frau durch.

Ãœber den Verein kommt frau weiter. Das Netzwerk ist sehr hilfreich.

Auch heute gibt es in der Gewerkschaftsschule die Kurse für das Vereinsleben. Auch Jugend und Sport bietet solche Kurse an.

Im Turnverein wird die Leiterin bezahlt, der Oberturner jedoch nicht. Im Verein lernt man/frau die Verbindlichkeit.

Aber die ArbeiterInnen durften nicht in den Frauenverein. Die wurden nicht aufgenommen. Dieser Verein war bürgerlich.

Das Erzählcafé fand im Säali des Restaurant Schiff statt. Hier trifft sich auch der Seemannsclub. Auch ein Verein. Aufnahmebedingung: mindestens 6 Monate zur See gefahren.

Es gibt 3 Grenzen zwischen dem eingemeindeten Kleinhüningen und der Stadt Basel:

Der Frauenverein geht bis an die Wiese,
die Kirchgemeinde bis an die Inselstrasse,
die Quartiergrenze bis an die Horburgstrasse.

Verein Schusterinsel 1944 Brombach Kleinhueningen ClavelGut Lebenkosten

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